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Der Wallfahrtsort Lourdes

Ein Wallfahrtsort ist ein Ort mit religiöser Bedeutung und als solcher das Ziel einer Wallfahrt. Eine solche religiöse Tradition kann z. B. durch ein besonderes Ereignis (Wunder, Marienerscheinung) entstanden sein oder durch eine heilige Persönlichkeit, die hier gewirkt hat. Teilweise werden Wallfahrtsorten oder dem Besuch eines solchen Ortes besondere Wirkungen zugesprochen, z. B. Heilung von Krankheiten.
Ein im entsprechenden Anliegen vollzogener Besuch eines Wallfahrsortes ist eine Wallfahrt oder eine Pilgerreise. Alljährlich unternehmen etwa 40 Millionen Christen eine solche religiös motivierte Reise. Heute finden sie häufig als Busreise mit anschließendem Gottesdienst oder als Wanderung mit Gebet oder Meditation statt.

Besonders populäre Termine für solche Wallfahrten sind z. B. der Namenstag eines entsprechenden Heiligen oder ein anderer Termin, der mit der Geschichte und Tradition dieses Ortes in Beziehung steht. Zu solchen Terminen sind oft Tausende von Pilgern bzw. Wallfahrern unterwegs. Am Ostermontag unternehmen viele Pfarreien (Pfarren) den so genannten Emmausgang. Prominente Wallfahrtsorte des griechischen Altertums waren Epidaurus, Delphi und Ephesos. Letzterer Ort wurde zu einem Pilgerziel in der alten Kirche umgewandelt. Zentrum christlicher Wallfahrtsorte ist in der Regel eine Wallfahrtskirche. Jerusalem bildet für drei Religionen - Judentum, Christentum und Islam - das Ziel der Pilgerschaft.

Der Ort Lourdes ist einer der weltweit am meisten besuchten römisch-katholischen Wallfahrtsorte. Die Stadt liegt im Département Hautes-Pyrénées im Südwesten Frankreichs in der Nähe der spanischen Grenze. Sie zählt ca. 15.000 Einwohner (Stand 2003). Die meisten Besucher werden durch die katholischen Wallfahrtsstätten angezogen, daneben ist Lourdes aber auch ein wichtiger Basispunkt für Tourismus in den Pyrenäen. Aus diesem Grund gibt es kurioserweise ein kleines Museum für einen prominenten protestantischen Franzosen in Lourdes: eine Ausstellung ist dem Wirken von Franz Schrader, dem bedeutenden Pyrenäenforscher, Maler und Kartographen des 19. Jahrhunderts, gewidmet. Nach ihm ist ein südlich von Lourdes in den Pyrenäen gelegener Dreitausender, der Pic Schrader benannt.
1858 soll Bernadette Soubirous, nahe der Grotte Massabielle (massevieille = „alter Fels“), mehrfach Erscheinungen in Form einer weiß gekleideten Frau (die Mutter Gottes) gehabt haben. Später offenbarte sich die Erscheinung als die "unbefleckte Empfängnis", was der Pfarrer als Dogma von der Unbefleckten Empfängnis erkannte. Die Quelle in der Grotte soll während einer dieser Erscheinungen entsprungen sein. Die Erscheinung beauftragte Bernadette Soubrious damit, eine Kirche auf der Grotte zu errichten. Heute ist die Kirche ein bedeutender Wallfahrtsort. Der Quelle werden Heilkräfte zugeschrieben. Es ist von vielen Wunderheilungen berichtet. Bernadette Soubrious wurde am 8. Dezember 1933 heilig gesprochen.

Quellen: http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Wallfahrtsorten und http://de.wikipedia.org/wiki/Lourdes (Stand: 10.02.2008)